"PRINZ VON HOMBURG" Theater Bremerhaven 2007

  Rolle: Prinz Friedrich von Homburg

  Regie: Wolfgang Hofmann

Es weht ein Hauch von Rebellion

Packender "Prinz von Homburg" ist ein Mensch der Moderne


Bremerhaven. (...)Es weht ein Hauch von Rebellion. Und immer wieder dreht sich die Bühne zu neuen Bildern, dramatisch und poetisch:"Nein, sagt! Ist es ein Traum?"(...)


In diesem Rahmen gibt Marcus Staab Poncet den gequälten Prinzen, als ob es kein Morgen gäbe. Sein Homburg ist zum Helden bereit und zergeht doch vor Selbstmitleid, ist Draufgänger und Träumer, infantil, triebgesteuert und berechnend, verstört und stolz und im nächsten Moment zur völligen Unterwerfung bereit. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt-neben dieser Bravour-Leistung haben es die anderen Personen schwer...

 

Ulrich Müller, Sonntagsjournal, 22.04.2007

 

 

Der Heißsporn verdient den Lorbeer

Klug verdichtete Inszenierung: Im Bremerhavener "Prinz von Homburg" brilliert Marcus Staab Poncet in der Titelrolle


Bremerhaven. Marcus Staab Poncet verausgabt sich im Großen Haus in Bremerhaven als Führer der Brandenburger "Reuterei". Sein Homburg darf wüten und wimmern, zwischen Wahn und Hellsicht taumeln. So gewinnt dieser Schläfer und Schwärmer am Wochenende nicht nur das Herz seiner Liebsten, sondern auch die Gunst des Publikums. Bravo!(...)


Staab Poncets Prinz ist keiner, der erobern,  unterwerfen und töten möchte, sondern einer, der, hätte er denn die Wahl, eher säen, ernten, leben und lieben wollte.(...)


In der ersten Sequenz kämpft der schlafwandelnde Prinz mit dem noch geschlossenen Vorhang, er kriecht schließlich unter ihm hindurch, mal sehen wir ein Bein, mal nur eine Hand. Er robbt wie bei der Grundausbildung über die Bühne. Der Schweiß tropft dem Soldaten schon von der Stirn, ehe er das erste Wort gesprochen hat. Der Lorbeerkranz, das Textbuch, den Handschuh stopft er sich in den Mund-ganz so als wär´s eine Inszenierung von Johann Kresnik(...)

 

Anne Stürzer, NZ, 16.04.2007